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28. September 2026

NRW setzt auf Recyclingbaustoffe: Sekundärrohstoffe sollen Regelfall werden

Öffentliche Bauvorhaben sollen nachhaltiger werden, der Einsatz von Primärbaustoffen soll nur noch mit Begründung möglich sein. Das sieht die neue Kreislaufwirtschaftsstrategie in NRW vor.

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Umwelt- und Verkehrsminister Oliver Krischer, beide Bündnis 90/Die Grünen, haben die erste Kreislaufwirtschaftsstrategie von Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Ein zentraler Punkt: Bei öffentlichen Bauvorhaben sollen künftig Recycling- und Ersatzbaustoffe grundsätzlich Vorrang haben. Wer Primärrohstoffe wie Sand, Kies oder Naturstein einsetzen möchte, soll dies künftig begründen müssen. Damit würde sich die bisherige Logik entscheidend verändern, denn bislang läuft es in der Praxis oft genau umgekehrt: Primärbaustoffe sind der Standard, während der Einsatz von Recyclingbaustoffen begründet oder gesondert geprüft werden muss. Der angekündigte Erlass könnte diese Situation drehen.

In einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft soll der Einsatz von Sekundärbaustoffen der Regelfall werden – der Verzicht darauf wird erklärungsbedürftig.

Circular Economy ist enormer Wirtschaftsfaktor

In der Kreislaufwirtschaftsstrategie sieht die NRW-Landesregierung die Chance, das Land als führenden Standort für zirkuläres Wirtschaften in Europa zu etablieren und die wirtschaftliche Erneuerung voranzutreiben. So sollen nachhaltiges Wachstum und zukunftsfeste Jobs gefördert werden. Denn schon heute ist die Kreislaufwirtschaft ein Wirtschaftsfaktor in NRW: Die Branche sichert eine Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Milliarden Euro und stellt mehr als 240.000 Arbeitsplätze im Bundesland – Tendenz steigend.

Erfahren Sie mehr über die Kreislaufwirtschaftsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen und die geplanten Maßnahmen. zur Website


Kreislaufwirtschaft bringt Innovationen und Unabhängigkeit

Die Kreislaufwirtschaft bietet darüber hinaus enormes Innovationspotenzial. Recyclingunternehmen arbeiten fortwährend an neuen Möglichkeiten, Stoffe im Kreislauf zu halten. Gleichzeitig reduziert sie Abhängigkeiten von Rohstoffen bzw. deren Importeuren und stellt neue Weichen für einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Ressourcen. Gerade bei öffentlichen Bauvorhaben liegt ein großer Hebel. Die NRW-Landesregierung hat das erkannt, die Kreislaufwirtschaftsstrategie beinhaltet sowohl den Punkt „zirkuläres Bauen“ als auch „Sekundärrohstoffe“. Obwohl das Kreislaufwirtschaftsgesetz bereits heute eine bevorzugte Beschaffung ressourcen- und umweltschonender Produkte vorsieht, werden Recyclingbaustoffe bei Ausschreibungen noch immer nicht konsequent berücksichtigt. Das soll sich ändern.

„Die vielfältigen Ansätze der Circular Economy sind schon heute ein starker Innovationsmotor für neue Geschäftsmodelle sowie ein zentraler Wettbewerbs- und Resilienzfaktor für unsere Industrie.“

Mona Neubaur, NRW-Wirtschaftsministerin

Erfahren Sie mehr über Ressourcenwende JETZT und wie wir gemeinsam die Kreislaufwirtschaft stärken können. zur Website


Öffentliche Hand als Vorbild in der Kreislaufwirtschaft

Das Problem ist: Die bestehenden Vorgaben lassen in der Praxis zu viel Spielraum. Deshalb kommt die NRW-Initiative zur richtigen Zeit. Der angekündigte Erlass kann dazu beitragen, dass qualitätsgesicherte Ersatzbaustoffe dort zum Regelfall werden, wo sie technisch und wirtschaftlich eingesetzt werden können. Qualität und Sicherheit stehen dabei selbstverständlich nicht zur Diskussion. Denn Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht, schlechtere Baustoffe einzusetzen.

Circular Economy bedeutet, vorhandene Ressourcen konsequent und so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten.

NRW-Kreislaufwirtschaftsstrategie als Vorbild für den Bund

Der Vorstoß der Landesregierung sollte nicht auf Nordrhein-Westfalen beschränkt bleiben. Was in NRW auf den Weg gebracht wird, könnte bundesweit zum selbstverständlichen Standard werden. Da das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) derzeit überarbeitet wird, bietet sich genau jetzt die Chance, § 45 KrWG nachzuschärfen und die öffentliche Hand bundesweit stärker in die Pflicht zu nehmen. Die Forderung ist klar: Wo geeignete Recyclingprodukte und Sekundärrohstoffe zur Verfügung stehen, müssen sie bei öffentlichen Ausschreibungen tatsächlich Vorrang erhalten. Denn eine echte Kreislaufwirtschaft darf nicht davon abhängen, in welchem Bundesland ein Bauprojekt stattfindet. Was in Nordrhein-Westfalen künftig selbstverständlich werden soll, sollte auch in allen anderen Ländern so sein.

„Mit der Kreislaufwirtschaftsstrategie NRW setzen wir neue Anreize für zirkuläre Wertschöpfungsketten. Das stärkt die Branchen im Land übergreifend und verbindet Ökonomie und Ökologie.“

Oliver Krischer, NRW-Umweltminister

Mit der neuen Kreislaufwirtschaftsstrategie geht NRW einen wichtigen Schritt hin zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen. Nun gilt es, diesen Ansatz konsequent umzusetzen und Recyclingbaustoffen auch bundesweit den Vorrang zu geben.

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