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25. Juni 2026

Entscheidendes Jahr für das Recycling von Mineralstoffen in Europa

European Circular Economy Act

Europa muss nachhaltiger, wettbewerbsfähiger und unabhängiger in Bezug auf die Rohstoffversorgung werden. Gemäß dem „Clean Industrial Deal“ muss sich die Kreislaufwirtschaftsquote bis 2030 verdoppeln – ein ehrgeiziges Ziel. Für dessen erfolgreiche Umsetzung ist entscheidend, dass die Wirtschaft schneller als bisher von einem linearen zu einem kreislauforientierten Modell übergeht. Die Grundlagen sollen im European Circular Economy Act verankert werden. Bei den Beratungen müssen Mineralstoffe stärker als bisher betrachtet werden.

Dringender Handlungsbedarf

Die Analyse des europäischen Statistikamts EUROSTAT für das Jahr 2024 bestätigt, dass die EU noch einen weiten Weg vor sich hat, um die selbst gesetzten Ziele für die Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Dem Bericht zufolge soll die Kreislaufquote, die alle Rohstoffe berücksichtigt, bis 2030 auf 23,2 % gesteigert werden. Ein Ziel, das bislang nur die Niederlande erreicht haben; sie führen die europäische Rangliste mit 32,7 % an, während der EU-Durchschnitt bei 12,2 % liegt.

EU-Zirkularitätsrate, Entwicklung von 2004 bis 2024

Source: Eurostat (online data code: env_ac_cur)

Um den Wandel voranzutreiben, arbeitet die Europäische Kommission derzeit an einem Gesetz zur Kreislaufwirtschaft, dem Circular Economy Act. Dieser soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Eine zentrale Herausforderung, die dieses Gesetz lösen muss, ist die unzureichende Nachfrage nach und Nutzung von Sekundärrohstoffen.

Es ist allgemein anerkannt, dass Europa seine Ressourcen nicht voll ausschöpft: Zu viele Abfälle werden immer noch auf Deponien abgelagert. 

Mineralische Abfälle – vor allem Bau- und Abbruchabfälle – machen mit etwa einem Drittel des gesamten Abfallaufkommens den größten Anteil an den Abfällen in Europa aus und bieten somit das größte Potenzial für eine stärkere Materialkreislaufwirtschaft. Exakte Daten fehlen, die Gesamtmenge an Bau- und Abbruchabfällen in der EU wird jedoch auf etwa 500 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Folglich muss die Union den Schwerpunkt auf diese Ressource legen, um ihre Ziele zu erreichen. Bislang scheint jedoch das Gegenteil der Fall zu sein.

Aktuelle Vorschläge unzureichend

Obwohl mit dem EU-Regularium der Strom von Bau- und Abbruchabfällen verstärkt dem Recycling zugeführt und die Verwendung von Recyclingmaterialien gefördert werden müsste, ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die die Europäische Kommission in Betracht zieht, die Einführung einer verpflichtenden digitalen Vorabprüfung vor dem Abbruch. Auch wenn dies bei guter Ausgestaltung zur Wiederverwendung und zum Recycling beitragen wird, löst es nicht das eigentliche Problem, andere Maßnahmen sind zwingend erforderlich.

Best practice

In Mitgliedstaaten mit guten Ergebnissen, wie beispielsweise den Niederlanden, zeigt sich, dass entschlossene Maßnahmen zur Vermeidung der Deponierung von Bau- und Abbruchabfällen und Förderung der Verwendung von Recyclingmaterialien entscheidend sind, um hohe Recyclingquoten zu erreichen. Auf EU-Ebene übertragen wären die wichtigsten Maßnahmen die Festlegung eines klaren Ziels für das Recycling von inertem Bau- und Abbruchabfall, die verpflichtende Nutzung von recycelten Baustoffen sowie eine zuverlässige Rückverfolgbarkeit und Erfolgskontrolle.

Langjähriges Engagement der Industrie bisher ungehört

Seit geraumer Zeit weist die Recyclingbranche auf die bislang ungenutzten wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile einer echten Kreislaufwirtschaft hin. Mineralstoffexperten wie REMEX und Industrieverbände fordern ein klareres Bekenntnis seitens der EU und sind bestrebt, die Erfahrungen und das Wissen ihrer Mitglieder in die aktuellen Diskussionen über die geplante Verordnung einzubringen. Bereits im Februar dieses Jahres haben sich die Verbände FIR und FEAD zusammengeschlossen, um mehr Wirkung zu erzielen.

Um die europäischen Ziele für die Kreislaufwirtschaft bis 2030 zu erreichen, muss das Potenzial von Mineralstoffen im EU-Kreislaufwirtschaftsgesetzes stärker einbezogen werden. 

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