Mehr als 100.000 Tonnen mineralische Bauabfälle verwertet
Seit rund zwei Jahren übernimmt REMEX in Kelsterbach, Teil der Region REMEX Südwest, Bodenmaterial und mineralischem Bauschutt vom Kraftwerksstandort Staudinger. Bisher wurden rund 100.000 Tonnen Material einer fachgerechten Entsorgung zugeführt. Insbesondere der anfallende Beton eignet sich optimal für das Recycling. In der REMEX-Anlage in Kelsterbach wird er zu RC-Baustoffen aufbereitet, die anschließend auf regionalen Baustellen eingesetzt werden.
Ersatzbaustoffverordnung schafft klare Rahmenbedingungen
Die Aufbereitung und Verwertung der entsorgten Mineralstoffe erfolgen gemäß den Anforderungen der Ersatzbaustoffverordnung. Sie hat 2023 die Länderregelungen abgelöst und schafft bundesweit einheitliche Qualitäts- und Umweltstandards für den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe. Damit stärkt sie das Vertrauen in Recyclingbaustoffe als nachhaltige Alternative zu Primärrohstoffen. Für Bauherren und Auftraggeber bedeutet dies Rechtssicherheit, für die Umwelt einen geringeren Ressourcenverbrauch.
Hochwertiges Recycling statt Deponierung
Boden ist häufig das Mittel der Wahl für Hinterfüllungen, Dämme und Rekultivierungsmaßnahmen, RC-Baustoffe – insbesondere auf Basis von Betonbruch – sind bautechnisch hervorragend geeignet für Projekte der Industrie und Infrastruktur, in denen mit hohen Verkehrslasten gerechnet wird. Jede Tonne aufbereiteter Recyclingbaustoff und jeder Kubikmeter Boden ersetzen eine entsprechende Menge an Naturbaustoffen, die andernfalls in Steinbrüchen oder Kiesgruben gewonnen werden müssten. Die Verwertung der mineralischen Bauabfälle aus dem Kraftwerk Staudinger trägt somit unmittelbar zum Erhalt natürlicher Ressourcen bei und reduziert gleichzeitig Transport- und Entsorgungsaufwand.
Kreislaufwirtschaft im Baubereich schützt große Mengen natürlicher Rohstoffvorkommen
In Großkrotzenburg zeigt sich, wie Kreislaufwirtschaft für große Massenströme auf Großbaustellen funktioniert: Vier Kühltürme wurden seit Mai 2024 bereits abgerissen. Nach dem kontrolliertem Rückbau jedes einzelnen wurden die Mineralstoffe sortenrein abgefahren, und nach Aufbereitung als hochwertige Baustoffe wieder in den regionalen Materialkreislauf zurückgeführt. So leistet Mineralstoffrecycling einen aktiven Beitrag zu einer ressourcenschonenden Bauwirtschaft und unterstützt gleichzeitig die Transformation des Kraftwerksstandorts.
Das Kraftwerk Staudinger
Das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg, südlich von Hanau im Main-Kinzig-Kreis gelegen, befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess. Uniper als Betreiber baut schrittweise nicht mehr benötigte Anlagen des konventionellen Kraftwerks zurück und bereitet den Standort auf seine zukünftige Rolle in der Energieversorgung vor. Geplant ist unter anderem der Bau neuer Anlagen, die zunächst mit Erdgas und später mit Wasserstoff betrieben werden sollen. Die noch systemrelevanten Kraftwerksblöcke bleiben bis mindestens 2031 in Reserve am Netz.
Beim Rückbau des Kraftwerks Staudinger werden mineralische Bauabfälle zu hochwertigen Recyclingbaustoffen aufbereitet und ressourcenschonend in den regionalen Stoffkreislauf zurückgeführt.
