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HGK-Containerterminal in Köln: Logistik setzt auf Recyclingbaustoffe

Von rund 76.000 Tonnen Gesteinskörnungen, die für den Erweiterungsbau des KV-Terminals Köln-Nord benötigt wurden, konnten mehr als 75 % durch Recyclingbaustoffe ersetzt werden. Das, zusammen mit der örtlichen Nähe des Lieferanten B+R in Köln, macht dieses Vorhaben sowohl in Bezug auf die CO2-Bilanz als auch in Hinsicht auf eine möglichst nachhaltige Beschaffung zu einem Vorzeigeprojekt für die gesamte Logistikbranche. 

Im Frühjahr 2018 wurde im Auftrag der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) der Bau der Erweiterung des Terminals Nord in Köln im Rahmen einer vom Bund geförderten Maßnahme begonnen. Es dient dem Güterumschlag zwischen Straße und Schiene. Bei dem Bauvorhaben handelt es sich um die zweite Bauphase. Bereits im Jahr 2015 wurde das erste Modul des damals neuen Terminals in Betrieb genommen. Die Erweiterung sieht die Verlängerung der nutzbaren Gleise auf 700 Meter vor.

Auftragnehmer der HGK für die zweite Bauphase ist die ARGE KV-Nord A2, die sich aus den zwei Unternehmen Heinz Schnorpfeil Bau GmbH sowie der GBM Gleisbau Maas GmbH zusammensetzt. Die Baumaßnahme umfasst unter anderem den Bau von mehr als 8.000 m² Containerabstellflächen, ca. 22.000 m² Straßenverkehrsflächen, 2.735 m Gleisen und 7 Weichen sowie eine auf Bohrpfählen gegründete Kranbahn für zwei Krane von 410 m Länge. Für die Entwässerung dieser Flächen wird eine Regenversickerungsanlage gebaut. Oberbauleiter Fabian Kronenberger: „Die Umsetzung erfolgt bei laufendem Betrieb des bereits existierenden Teils des KV-Terminals. Die Besonderheit dieses Projekts sind die extrem hohen Anforderungen an den Untergrund. Es müssen die Schwerlasten, die durch die zukünftige Containerbe- und -entladung von ca. zehn Zügen pro Tag entstehen werden, sicher abgetragen werden. Das spiegelt sich auch im Leistungsverzeichnis wider: die mengenmäßig größte Auftragsposition ist der Erdbau mit Massenbewegungen von rund 64.000 m³.“

Besondere Beachtung fand aufgrund der Größenordnungen bei der Ausschreibung der Materialien das Thema der Nachhaltigkeit. „Da die Ausführung unter Beton bzw. Asphalt erfolgt und die entsprechenden Bauabschnitte außerhalb von Wasserschutzgebieten liegen, war sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als auch aus Gründen der Ressourcenschonung der Einsatz von Recyclingbaustoffen naheliegend. Noch überzeugender aber war die Tatsache, dass die Tragfähigkeit von Tragschichten aus Recyclingbaustoffen mindestens so gut ist wie die aus natürlichen Gesteinskörnungen“, so Fabian Kronenberger.

Schon zum Zeitpunkt der Submission wurden von der Einkaufsabteilung der Schnorpfeil mehrere Firmen angefragt, darunter auch die zur REMEX-Gruppe gehörige B+R Baustoff-Recycling und -Handel Köln GmbH. Das Unternehmen konnte punkten, weil es sowohl die Lieferung aller für den Bau notwendigen Gesteinskörnungen in Form von Primär- und Sekundärbaustoffen als auch die Entsorgung von überschüssigen Böden anbieten konnte. Das, zusammen mit der Nähe zur Baustelle, war entscheidend für den Zuschlag für den Lieferanten.
Frank Grasmehr, Geschäftsführer der B+R in Köln: „Wir haben den Auftrag der Fa. Schnorpfeil am 5. Juni 2018 erhalten und bereits 14 Tage später die ersten Mengen geliefert. Insgesamt beläuft sich das Liefervolumen auf 56.000 t Recyclingbaustoffe, 17.500 t Naturbaustoffe sowie ca. 2.500 t Oberboden. Unsere Recyclinganlage steht in unmittelbarer Nähe zur Baustelle – gerade mal 500 m Luftlinie entfernt. Damit konnte eine optimale Lieferung „just-in-time“ sichergestellt werden, so dass der Platzbedarf für Zwischenlager auf der Baustelle auf ein Minimum reduziert werden konnte.“

Recyclingbaustoffe wurden u. a. für die Schotter- und Frostschutzschichten des Betriebswegs, der Containerfläche sowie der Fahrbahn eingesetzt. Zusätzlich hat die B+R Köln auch die Gleisschotterkörnung aus Primärbaustoffen für die Planumsschutzschicht geliefert sowie Recyclingsand für die Rohrleitungsbettungen.

Die eingesetzten Recyclingbaustoffe erfüllen die Qualitätskriterien der Klasse RCL I nach dem in Nordrhein-Westfalen für Recyclingbaustoffe aktuell gültigen Umweltregelwerk, dem Gemeinsamen Runderlass NRW für den Einsatz mineralischer Stoffe aus Bautätigkeiten. Der Nachweis der Umweltverträglichkeit sowie der technischen Eigenschaften erfolgt im Rahmen der Güteüberwachung.

Die voraussichtliche Inbetriebnahme erfolgt Ende 2019. Ab diesem Zeitpunkt beläuft sich laut HGK die Umschlagkapazität des gesamten Terminals auf 130.000 Ladeeinheiten bzw. 208.000 Standardcontainer. Bei Bedarf kann die Anlage zu einem späteren Zeitpunkt um ein weiteres Modul erweitert werden.

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