Stationäre Flüssigbodenproduktion direkt am Rohstoff
400 m² hat die Emsland Flüssigboden GmbH auf dem Betriebsgelände der REMEX Bochum angemietet, um ihre stationäre Flüssigbodenanlage dort betreiben zu können, wo die wichtigste Ressource für die Produktion anfällt: Bodenmaterial. Die Annahme, Aufbereitung und Zwischenlagerung der geeigneten Böden erfolgt durch REMEX, der Flüssigboden wird von Emsland ohne zusätzliche Transportwege hergestellt und vertrieben.
Bodenannahme, Aufbereitung und Verwertungsproblematik
Pro Jahr nimmt REMEX in seinem Werk in Bochum rund 200.000 t Boden und Bauschutt an. Daraus stellt das Unternehmen Recyclingbaustoffe her, die in Übereinstimmung mit der Ersatzbaustoffverordnung im Erd- und Straßenbau verwertet werden. Lassen die Eigenschaften der Eingangsmaterialien keine Verwertung zu oder fehlen angemessene Verwertungsmöglichkeiten für die Ersatzbaustoffe, müssen sie auf Deponien für gering belastete Abfälle – i.d.R. DK-0- und DK-I-Deponien – entsorgt werden.
Insbesondere Bodenaushub ist häufig nicht wieder einbau- und verdichtungsfähig. Die Entsorgung des Materials einhergehend mit der Beschaffung von Naturbaustoffen wie Kies und Sand zur Verfüllung der Baugrube ist die Folge. Das Flüssigbodenverfahren bietet die Möglichkeit, das Aushubmaterial zu einem Verfüllbaustoff aufzubereiten, der die bautechnischen Anforderungen an einen Wiedereinbau erfüllt. Er besitzt gegenüber dem ursprünglichen Boden, aus dem er hergestellt wurde, verbesserte technische Eigenschaften, u. a. ist er fließfähig, pumpbar, selbstverdichtend.
Angelieferter Boden (AVV 17 05 04)
Gesiebter Boden (AVV 19 12 09) als Ausgangsmaterial für die Weiterverarbeitung zu Flüssigboden
Anlage, Herstellungsprozess und Einbau
Die Bochumer Produktionsanlage von Emsland besteht aus drei Silos, einem Mischer und einem Büro- und Sozialcontainer. Dem Boden als Hauptbestandteil werden bei der Herstellung Zement, ein Compound basierend auf Tonmineralien, Wasser und ggf. Additive zugegeben. Der Transport des Flüssigbodens zur Baustelle erfolgt mit Fahrmischern. Das Verfüllmaterial kann auf der Baustelle per Rutsche, Füllrohr oder Pumpe eingebaut werden. Der Zement führt dazu, dass nach ca. 90 Minuten die Verfestigung beginnt, so dass das Material nach einigen Stunden begehbar ist und nach 24 Stunden überbaut werden darf.
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Für viele innerstädtische Baustellen in Bochum erweist sich die Anlage in der Karl-Lange-Straße mit ihrer zentralen Lage als wirtschaftlich und ökonomisch interessant. Seit dem Start der Kooperation hat REMEX gesiebten Boden für die Produktion von mehr als 12.000 m³ Flüssigboden bereitgestellt. Durch die Verwertung durch Emsland als Verfüllbaustoff wird der Transport zur Deponie und die Ablagerung vermieden, ein Plus an Nachhaltigkeit, was für immer mehr Bauverantwortliche entscheidend ist.
Flüssigboden: Eigenschaften, Herstellung und Einsatzbereiche
Als Ausgangsmaterialien für Flüssigböden sind natürliche, umweltverträgliche recycelte oder industriell hergestellte Gesteinskörnungen zugelassen. Flüssigboden kann in mobilen oder stationären Anlagen produziert werden, Einfluss auf die Art der Produktionsweise haben u. a. die Lage der Baustelle, der Platz vor Ort, die Bauzeit und der Mengenbedarf.
Aufgrund der Beimengung von Wasser und Bentonit ist Flüssigboden zeitweise fließfähig und thixotrop. Durch die Zugabe von Zement in der Rezeptur beginnt ca. 90 Minuten nach der Herstellung die Verfestigung der Suspension.
Die wichtigsten Eigenschaften von Flüssigboden:
- fließfähig und pumpbar
- selbstverdichtend
- setzungsfrei und gasdurchlässig
- schnell überbaubar
- mechanisch jederzeit wieder lösbar
Flüssigboden kommt im Straßen-, Erd- und Tiefbau zur Anwendung. Zu den häufigsten Einsatzgebieten gehören Hinterfüllungen und Verfüllungen von Gräben und Hohlräumen beim Bau von Kanal- und Rohrleitungen, Energie-, Fernwärme- und Elektrotrassen.
Die Kooperation von REMEX und der Emslandgruppe zeigt, wie Bodenaushub durch kurze Wege und stationäre Flüssigbodenproduktion ressourcenschonend, wirtschaftlich und bautechnisch sinnvoll verwertet werden kann.
