Umfassendes Umwelt- und Sanierungsprojekt
Die Entschlammung der Karlsaue ist Teil eines umfassenden Umwelt- und Sanierungsprojekts, mit dem die Teichlandschaft der historischen Kasseler Parkanlage langfristig erhalten werden soll. Über Jahrzehnte hinweg haben sich in den Gewässern Sedimentschichten von bis zu 80 Zentimetern aufgebaut. Beim Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) geht man davon aus, dass eine vergleichbare Reinigung zuletzt Anfang der 1980er Jahre vor der Bundesgartenschau stattgefunden hat.
Schutz von Flora und Fauna
Bevor der Saugbagger anrückte und zum Einsatz kam, wurde das Gewässer rund um die Insel Siebenbergen abgefischt. Insgesamt wurden rund 260 Fische wie Aal, Brasse und Hecht sowie rund 860 Muscheln aus dem Bassin geholt und in die Fulda gesetzt.
Absaugung und Behandlung vor Ort
Bei der aktuellen Säuberungsmaßnahme wird der Schlamm mithilfe eines Schwimmsaugbaggers schonend vom Gewässergrund abgesaugt. Anschließend wird das Schlamm-Wasser-Gemisch über eine rund 400 Meter lange Rohrleitung zu einer mobilen Schlammentwässerungsanlage am Rand der Karlsaue gepumpt. In Vorbereitung der Entsorgung erfolgt die Schlammbehandlung in drei Schritten:
- Abscheidung grober Bestandteile wie Äste und Steine
- Trennung der Sandanteile
- Schlammentwässerung in Zentrifugen
Schlammentsorgung
Alle Bestandteile werden einzeln entsorgt: Das vom Schlamm getrennte Wasser wird über eine zweite Rohrleitung zurück in das Bassin geleitet. Der aufbereitete Schlamm mit einem Restfeuchtigkeitsgehalt von rund 50 Prozent wird von der BAUREKA Baustoff-Recycling GmbH fachgerecht übernommen auf einer Deponie in Niedersachsen kontrolliert deponiert. Aufgrund seiner Belastung durch Umwelteinträge wie Reifenabrieb oder Tausalz kann er nicht mehr – wie früher üblich – landwirtschaftlich verwertet werden.
Projektabschluss Ende April geplant
Für BAUREKA bedeutet das Projekt eine logistische Aufgabe über mehrere Wochen: Die entwässerten Sedimente müssen kontinuierlich verladen, abgefahren und fachgerecht entsorgt werden. Damit leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gewässersanierung und zum Erhalt der historischen Parklandschaft Karlsaue. Die Arbeiten am Bassin sollen bis Ende April abgeschlossen sein. Ob anschließend weitere Gewässerbereiche der Karlsaue entschlammt werden, hängt auch von zukünftigen Haushaltsentscheidungen des Landes Hessen ab.
Erfahren Sie mehr über die REMEX-Beteiligung BAUREKA und ihre Aktivitäten in und um Kassel auf der Website baureka.de
