Sehr geehrte Damen und Herren,

betrachtet man den bundesweiten Gesamtbedarf von 549 Millionen Tonnen, ergibt sich ein beeindruckender Pro-Kopf-Verbrauch in Höhe von sieben Tonnen an Baurohstoffen pro Jahr. Auch wenn es in Deutschland für viele noch nicht zu spüren ist: diese mineralischen Ressourcen sind begrenzt.

Eigentlich gibt es in Deutschland ausreichend Sand, Kies und Splitt. Aber die geologische Verfügbarkeit hat nur wenig mit der tatsächlichen zu tun wie die aktuelle Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe feststellt.

Die Genehmigungssituation für den Abbau von Primärbaustoffen hat sich zunehmend verschärft. Als Folge steigt hierzulande das Bewusstsein, dass auch Mineralstoffe endlich sind und bereits regionale Kapazitätsgrenzen erreicht werden. Ersichtlich ist dies mittlerweile an einer verstärkten Thematisierung in der Presse.

Als Recyclingunternehmen spüren wir häufig, dass man über das „langweilige“ Thema Ersatzbaustoffe, nicht mehr sprechen möchte – es ist für viele „ein alter Hut“. Dazu kommt: sekundäre Rohstoffquellen haben häufig ein schlechtes Image. Und auch wenn Mineralstoff- und Baustoffrecycling allein das Thema nicht lösen können, so sollten sie doch als das gesehen werden was sie sind: wichtige Bausteine im Umgang mit der Natur.

In Anbetracht des weiter steigenden Bedarfs – bis zum Jahr 2035 prognostiziert die Steine-Erden-Industrie eine mögliche Bedarfssteigerung von bis zu 19,5 % – plädieren wir für einen ressourcenoptimierten Einsatz von Natur- und Ersatzbaustoffen.

Die Herausforderung liegt wie so häufig in der praktischen Umsetzung. Wir stellen immer wieder fest, dass in relevanten Projekten explizit nur natürliche Gesteinskörnungen ausgeschrieben sind, wodurch der Einsatz von Alternativen ausgeschlossen ist. Deswegen plädieren wir an dieser Stelle nochmals an alle Verantwortlichen, Ausschreibungen produktneutral zu gestalten.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen. Und wenn Ihnen unser Newsletter zusagt, > empfehlen Sie uns gerne weiter.

Mit freundlichen Grüßen,
REMEX Mineralstoff GmbH

ZAHLEN UND FAKTEN

Aktuelle Studie 2018 der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat jetzt ihre neue Kurzstudie „Sand – in Deutschland reichlich vorhanden und trotzdem knapp“ veröffentlicht. In der zugehörigen > Pressemitteilung des BGR vom 23.2.2018 stellt Geologe und Autor der Studie Dr. Harald Elsner fest: „Aufgrund seiner Entstehung gibt es in Deutschland eine fast unendlich große Menge an Sand, sodass ihre Tonnage nicht genau berechnet werden kann.“ Weiter heißt es „Allerdings hat die geologische Verfügbarkeit von Sand nur zu einem geringen Teil mit der tatsächlichen Situation zu tun“. Denn, so wird es in der Studie erläutert, es gibt zahlreiche Hindernisse für die Versorgung mit natürlichen Baurohstoffen:

  • Ein Problem stellt die konkurrierende Flächennutzung dar. Beim Großteil der Sand-, Kies- und Natursteinvorkommen Deutschlands handelt es sich um anderweitig genutzte Flächen. Dazu gehören Schutzgebiete wie z.B. Wasserschutz-, Naturschutz-, Landschaftsschutzgebiete sowie Wohn- und Gewerbegebiete, Straßen und Eisenbahnlinien. Hier ist ein Rohstoffabbau nicht möglich.
  • Viele Grundstückseigentümer möchten die eigenen Flächen inzwischen nicht mehr für den Rohstoffabbau bereitstellen. Landwirte sprechen sich gegen eine Auskiesung aus. Denn Kies- und Sandgruben werden häufig nicht verfüllt. Es entstehen Baggersehen, die landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden können.
  • Aufgrund der guten Konjunktur und der niedrigen Zinsen wird sowohl im Wohnungs- als auch im Straßenbau in erheblichem Maße investiert. Dazu heißt in der BGR-Studie „Als Folge davon traten nach Zeitungsberichten im Jahr 2017 erstmals im Ruhrgebiet Versorgungsengpässe mit Baurohstoffen für den Straßenbau auf. Für 2018 wird eine Verstärkung der Lieferengpässe vorausgesagt, die auch andere Regionen Deutschlands, z.B. den Großraum Mannheim-Karlsruhe oder Berlin, treffen könnte.“

Lesen Sie die komplette BGR-Studie > hier

Bedarfsprognose bis 2035 des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden

bbs-Studie: Die Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine-und-Erden-Industrie bis 2035 in Deutschland

Vor dem Hintergrund der Diskussionen zu Ressourceneffizienz, Rohstoffstrategien und nationaler sowie europäischer Rohstoffsicherung ist das Gutachten des Bundesverbands Baustoffe (bbs) aus dem Jahr 2016 von großer Bedeutung. Hier wird der gesamte Steine-Erden-Bedarf aller Industriezweige betrachtet – also neben dem Hauptbedarfsträger Bausektor auch der Bedarf der industriellen Abnehmerbranchen wie der Chemie-, Glas- oder Stahlindustrie.

Bei Annahme eines Bruttoinlandprodukt-Wachstums von BIP +1,7 % pro Jahr wird für das Jahr 2035 eine Nachfrage nach primären Steine-Erden-Rohstoffen von 650 Mio. t prognostiziert. Das ist zwar laut der Studie weniger als im Vergleich zum hohen Niveau der 90er Jahre. Dennoch wäre dies eine Steigerung von 19,5 % gegenüber dem Jahr 2013 mit 544 Mio. t. Eine konservative Betrachtung bei geringerer wirtschaftlicher Leistung kommt zu einem Bedarf leicht unter dem Jahr 2013. Die mögliche Substitutionsquote von primären Steine-Erden-Rohstoffen durch Sekundärrohstoffe liegt in beiden Szenarien bei ca. 15 %.

> zur bbs-Rohstoffstudie

Monitoring-Bericht 2017 der Kreislaufwirtschaft Bau

Bild: Monitoring-Bericht von 2017 zeigt die Aufteilung des Gesamtbedarfs an Gesteinskörnungen

Laut dem Monitoring-Bericht aus dem Jahr 2017 der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau belief sich der Jahresbedarf des deutschen Bausektors an mineralischen Baurohstoffen wie Kies, Sand und Splitt in 2014 auf 549 Millionen Tonnen.

In Hinsicht auf bautechnische Eigenschaften sowie der jährlichen Produktionsmengen gehören Recyclingbaustoffe mit Abstand zu den wichtigsten Sekundärbaustoffen in der Baubranche. Denn sie ersetzen mit 67,6 Mio. Tonnen etwa 12,3 % der jährlich in Deutschland im Baubereich benötigten Mengen an Gesteinskörnungen. Andere Ersatzbaustoffe, die aus Nebenprodukten hergestellt werden, decken weitere 5,6 % des Bedarfs ab.

In Summe werden 17,9 % – nahezu 100 Millionen Tonnen – der natürlichen mineralischen Baurohstoffe von Ersatzbaustoffen abgedeckt. Ein erheblicher Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauchs mit positiver Auswirkungen auf die ökologische Bilanz.

> zum aktuellen Monitoring-Report

WDR BERICHTET ZUR GENEHMIGUNGSLAGE FÜR PRIMÄRBAUSTOFFE

WDR 5 thematisiert Ressource Sand in Deutschland

Im Beitrag des WDR 5 „Sand wird knapp in Deutschland“ vom 26.02.2018 hat der WDR die Sandthematik aufgegriffen. Unter anderem wird hier auf die verschärfte Genehmigungslage für die Schaffung zusätzlicher Abbaukapazitäten in NRW hingewiesen. Hier gelangen Sie
> zum Radiobeitrag

Lokalzeit berichtet: Bausplitt wird knapp!

Im November 2017 wurde unter dem Stichwort „Bausplitt wird knapp“ in der Lokalzeit Südwestfalen, einer Sendung des WDR Fernsehens, das Thema der mineralischen Rohstoffverknappung thematisiert. > Fernsehbeitrag ansehen

HANDLUNGSEMPFEHLUNG

Ressourcenoptimierung durch produktneutrale Ausschreibung

Grundsätzlich ist in den einschlägigen vergaberechtlichen Vorschriften das Gebot der produktneutralen Ausschreibung verankert. Fakt ist: Die Einsatzmöglichkeiten von Ersatzbaustoffen sind aufgrund entsprechender Umweltvorgaben im Vergleich zu Primärbaustoffen eingeschränkt. Lokale Voraussetzungen, bautechnische Anforderungen sowie die Art der Ausführung sind Einflussfaktoren, die bei jedem Projekt geprüft werden müssten. Ausschreibende Stellen neigen aufgrund des damit verbundenen Prüfungsaufwands dazu, Ausschreibungen nicht immer produktneutral zu formulieren, mit der Folge, dass die Ausführung mit sekundären Rohstoffen ausgeschlossen ist.

Als Lösungsansatz gibt es eine einfache Handlungsempfehlung, welche sicherstellt, dass dort wo es technisch und ökologisch zulässig ist, die optimale Kombination von Primär und Sekundärbaustoffen eingesetzt wird:

  • Für größere Straßenbaumaßnahmen wie z.B. Autobahnen, Land- oder Kreisstraßen sollte immer bewusst der alternative Einsatz von Ersatzbaustoffen im Straßenunterbau und Straßenoberbau ausgeschrieben werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:
    • Lage des Projektabschnitts außerhalb von Wasserschutzgebieten,
    • Abstand zwischen Schüttkörperbasis und höchstem zu erwartendem Grundwasserstand mindestens 1 m,
    • Ausführung unter wasserundurchlässiger Schicht wie z.B. Asphalt oder Beton – also mit technischen Sicherheitsmaßnahmen und
    • Mindestabstand zu korrosionsfähigen Bauten von 0,5 m.
  • Die Ausschreibung sollte entsprechend produktneutral erfolgen, also Alternativpositionen benennen.
  • Nebenangebote sollten nicht ausgeschlossen werden.
  • Bei der Ausschreibung großer Dämme oder Lärmschutzwälle außerhalb von Wasserschutzgebieten sollte alternativ die Ausführung mit technischen Sicherungsmaßnahmen ausgeschrieben werden, so dass die Ausführung mit Ersatzbaustoffen als Angebotsmöglichkeit erhalten bleibt.
  • Innerhalb von Schutzgebieten sollte vor der Ausschreibung aufgrund der erhöhten Komplexität eine individuelle Prüfung erfolgen, ob der Einsatz von Ersatzbaustoffen möglich ist.

Warum Sie bei Einhaltung dieser Rahmenbedingungen immer richtig liegen, erfahren Sie auch im Handbuch Ersatzbaustoffe. > Auszug ansehen > kostenfrei bestellen

VEREINTE NATIONEN ZUR INTERNATIONALEN SITUATION

„Sand, seltener als man denkt“ // „Sand, rarer than one thinks“

Bereits im März 2014 berichtete der > UNEP Global Environmental Alert Service in seinem Bericht „Sand, seltener als man denkt“ (im Original: „Sand, rarer than one thinks“) über die international ungebremste Nutzung von Kies und Sand, welche die natürliche Erneuerungsrate signifikant überschreitet. Weltweit werden laut dem > UNEP-Bericht jährlich zwischen 47 und 59 Milliarden Tonnen Material abgebaut, von denen Sand und Kies den größten Anteil ausmachen. Der Bedarf stammt aus den unterschiedlichsten Branchen, darunter die Glas-, Elektronik- und Luftfahrtindustrie; die größte Verwendung findet Sand jedoch im Bauwesen. Die gesteigerte Nachfrage ist auch Folge des enormen Wirtschaftswachstums in Asien. Der Autor Pascal Peduzzi der Studie stellt fest, dass die mangelnde Datenlage über den Abbau von Zuschlagstoffen dazu beigetragen hat, dass das Bewusstsein für diese Problematik so lange fehlte. Außerdem sei Sand bis vor kurzem in Steinbrüchen und Flussbetten abgebaut worden, aber aufgrund des Rückgangs der Ressourcen im Landesinneren sei es zu einer Verlagerung auf den Abbau im Meer und an der Küste gekommen – mit erheblichen Auswirkungen auf die

Umwelt. > zum UNEP-Bericht

INTERVIEWS

Interview mit dem internationalen Recyclingverband FIR: „Unser Ziel sind hochwertige Recyclingqualitäten in ganz Europa.“

Bild: Interview mit Geert Cuperus, Generalsekretär des FIR

Der > Verband Fédération Internationale du Recyclage (FIR) repräsentiert die europäische Recyclingindustrie für mineralische Bau- und Abbruchabfälle (RC) sowie für Hausmüllverbrennungsasche (HMVA). Der FIR wurde im Jahr 1991 von einer Reihe von Recyclingverbänden aus unterschiedlichen EU-Mitgliedsstaaten gegründet. Sie hatten frühzeitig die Notwendigkeit einer länderübergreifenden Kooperation für die Umsetzung einer funktionierenden europäischen Recyclingindustrie erkannt. Mittlerweile wächst die Bedeutung von Mineralstoffrecycling in allen Teilen Europas – und damit gewinnt auch der FIR an Bedeutung. Aufgrund der internationalen Erfahrung des Verbands hat REMEX den Generalsekretär des FIR, Geert Cuperus, zu den aktuellen Recyclingentwicklungen befragt. > zum Interview

Sand – das Ende eines wichtigen internationalen Rohstoffs?

Bild: Dr. Rudolf Diegel, Prokurist der REMEX Mineralstoff GmbH

Einer der Leitartikel der aktuellen Ausgabe der REMONDIS AKTUELL, dem Magazin der REMONDIS-Gruppe, war das Thema „Auf Sand gebaut? Das Ende eines wichtigen Rohstoffs“. Im Interview mit Dr. Diegel, Prokurist bei der REMEX Mineralstoff GmbH, werden Bewusstsein für endliche Ressourcen, die Genehmigungslage für den Sand- und Kiesabbau sowie mögliche bautechnische Alternativen zu Primärbaustoffen diskutiert. Den Artikel können Sie > hier lesen. Die Gesamtausgabe des Magazins sowie eine digitale Version zum Blättern online finden Sie > hier

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